Carsten Schaede über das PTW und seine aktuelle Tätigkeit bei Misumi-Europe

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Dr.-Ing. Carsten Schaede blickt in einem kurzen Interview zurück auf seine Erfahrungen während seiner Zeit am PTW. Er hebt besonders die hohe und abwechslungsreiche Aufgabenvielfalt hervor. Nach der Zeit am PTW hat er sich der Firma Misumi-Europe in Frankfurt angeschlossen und ist dort mit der Aufgabe anvertraut, eine bestehende Produktion aus Asien nach Europa zu verlagern.

Benedikt Grosch: Wo arbeitest Du jetzt und was sind Deine Aufgaben?
Carsten Schaede: Aktuell arbeite ich als Teamleiter der Produktionsplanung bei Misumi-Europe in Frankfurt, einem Teil des japanischen Misumi-Konzerns. Wir verlagern die Produktion konfigurierbarer mechanischer Komponenten schrittweise aus Asien nach Europa. Dadurch können wir auch hier die individuell für den Kunden gefertigten Komponenten innerhalb einer Woche liefern. Zuerst überarbeiten und systematisieren wir die Produktvarianz. Dann planen und etablieren wir die Fertigungs- und Logistikprozesse, die alle konfigurierbaren Varianten auf Anhieb richtig produzieren und schnellstmöglich zum Kunden bringen.

Benedikt Grosch: Wie fandest Du die Zeit am PTW rückblickend?
Carsten Schaede: Die Zeit am PTW war eine unheimlich lehrreiche Zeit. Mit Industrieprojekten, Weiterentwicklung und Betrieb der CiP, Forschungsprojekten, Lehre und der Doktorarbeit waren die Tätigkeiten sehr vielfältig. Während der Planung unseres PTW-Messestands für die AMB habe ich Professor Abele einmal gefragt, ob es wichtiger sei viele Bälle in der Luft halten zu können, oder stattdessen ein paar wenige Bälle treffsicher ins Ziel werfen zu können. Er antwortete mir, dass es darauf ankommt, beides gleichzeitig tun zu können. Diese Zielstellung beschreibt meine Zeit am PTW ziemlich gut.

Benedikt Grosch: Was vermisst Du am meisten?
Carsten Schaede: Die CiP. Wir hatten ein realitätsnahes Produktionsumfeld mit pfiffigen Studierenden und erfahrenen Industriepartnern direkt neben dem Büro. Da konnte man Ideen schnell ausprobieren, Fehler machen und auch mal iterativ neue Lösungswege entwickeln. Heute muss ich in ein Flugzeug steigen um zu den Wertströmen zu kommen. Da muss die Prozessplanung auf Anhieb sitzen und es gibt keine Experimente. Das dynamische Umfeld der CiP, direkt neben dem Büro, vermisse ich wirklich sehr.

Benedikt Grosch: Was nimmst Du aus deiner Zeit am PTW mit?
Carsten Schaede: Als ich ans PTW kam, war ich schon recht fit in vielen Produktionsthemen. Das konnte ich nochmal deutlich ausbauen. Es kommt aus meiner Sicht aber meistens gar nicht darauf an, als Einzelkämpfer oben auf diesem Berg von Produktionswissen und -erfahrung zu stehen. Stattdessen habe ich bei den Workshops, Industrieprojekten und der Arbeit mit den Studierenden Routine darin bekommen, andere anzuleiten, zu coachen und zu befähigen Wissen und Methoden zielführend einzusetzen. Meine Zeit am PTW war eine sehr gute Vorbereitung darauf, ein Team von Fachkräften auch inhaltlich führen und weiterentwickeln zu können.

Benedikt Grosch: Wie lautet dein Lieblings-Zitat?
Carsten Schaede: „Wissen entsteht durch Tun“

Wir danken Herrn Schaede für das Interview, das Benedikt Grosch vom PTW führte.
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Forschungsgruppe: CiP
Zeit am PTW: 10|2014 bis 10|2020
Dissertationsthema: Produktindividualisierung in der spanenden Fertigung